Schnarchen als Schlafstörung

 

 

 

 

 

Konservative Behandlung des Schnarchens

Nach wie vor der unumstrittene Gold-Standard eines OSAS ist die CPAP-Therapie (continuous positive airway pressure). Sie stellt die effektivste konservative Behandlungsmethode dar. Hierbei wird der Patient über eine Beatmungsgerät und eine individuell angepasste Nasen- oder Vollgesichtsmaske mittels Raumluft beatmet, wobei durch ein kontinuierlichen positiven Druck (5-20 mm H2O) die extrathorakalen Atemwege offen gehalten werden. Es erfolgt gleichsam eine “Schienung” der Atemwege von innen. Das Gerät wird durch den Einatmungsimpuls des Patienten getriggert und muss jede Nacht, lebenslang verwendet werden. Ca. 50 - 70% der Patienten, die mit der CPAP-Methode behandelt werden, kommen mit dem Therapieverfahren gut zurecht.

Die Therapie mittels CPAP führt zwar in der Regel zur Beseitigung des Schnarchens, ist jedoch beim primären Schnarchen aus Gründen der eingeschränkten Akzeptanz bzw. Compliance, der durch die mit dem Tragen verbundenen Beeinträchtigungen und auch der Kosteneffizienz nicht indiziert. Sie ist daher bei primärem Schnarchen nicht empfehlenswert.

Zur Erhöhung der Akzeptanz bzw. der Compliance der CPAP Therapie bei Patienten mit OSAS ist es vor allem in der Anfangsphase von großer Bedeutung den Patienten ständig zu betreuen. Dies sollte sowohl durch die niedergelassenen Somnologen als auch durch entsprechendes Personal der Firmen geschehen, die CPAP Geräte vertreiben.

Sauerstofftherapie

Die Sauerstoffbehandlung wird in der Therapie der Schlafapnoe selten alleine eingesetzt, sondern kommt in Kombination mit anderen Verfahren zur Anwendung. Sauerstoff kann z. B. über die CPAP-Behandlung zusätzlich zugeführt werden, wenn etwa der Sauerstoffgehalt aufgrund von zusätzlichen Herz- und Lungenerkrankungen zu niedrig ist.

Medikamentöse Therapie

In der Regel profitieren Schlafapnoeiker nur in geringem Maße von einer medikamentösen Behandlung. Ein wirklich gegen das Schnarchen oder die Schlafapnoe wirksames Medikament wurde noch nicht gefunden. Medikamente die begleitende Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder z. B. den Reflux behandeln sind davon natürlich ausgenommen. Ein guter Ansatz bei einer durch eine Nasenmuschelhyperplasie hervorgerufenem Schnarchproblem bietet die längerfristige Gabe eines nasalen topischen Kortikoids.

Nasendilatator

Bei nachgewiesener Nasenklappenstenose kann ein Nasendilatator (z. B. Airmax) im Einzelfall sinnvoll sein. Es sind auch Dilatatoren aus Titan erhältlich, allerdings sind diese zur Implantation vorgesehen.

Schnarchhilfen und intraorale Applikationen

Zahlreiche Firmen bieten auch “Anti-Schnarch-Masken”, Nasenklammern, elektrische Warngeräte, Meditationskurse, Magnetfeldmatten, ätherische Öle usw. zur Eigenbehandlung an. Viele dieser Produkte und Methoden haben bisher keine nachgewiesene Wirksamkeit, stören manchmal allerdings den Nachtschlaf zusätzlich.

In leichten und mittelschweren Fällen von obstruktiver Schlafapnoe hat die intraorale Protrusionsschiene gewisse Wirksamkeit nachweisen können, vor allem bei Vergrößerung des Zungengrundes. Diese Geräte müssen individuell nach einem Kieferabdruck vom Zahnarzt angefertigt werden, um vom Patienten angemessen toleriert zu werden.

Vorgefertigte Geräte werden von der überwiegenden Mehrzahl der Patienten schlecht angenommen. Aus der Vielzahl der in den letzten Jahren angewandten Protrusionsschienen haben sich tiefgezogene Schienen, die mittels eines Teleskops oder eines anderen adäquaten Mechanismus den Unterkiefer nach vorne und unten verlagern, am besten bewährt. Die Vorteile der intraoralen Schnarchschienen sind: nicht invasive, einfach in der Handhabung und im Transport. Die Nachteile der intraoralen Schnarchschienen bestehen in Kiefergelenksbeschwerden, Muskelbeschwerden, unerwünschten Zahnbewegungen besonders bei parodontal geschädigtem Gebiss.

Dies gilt es bei einer Daueranwendung vor allem der der sog. “boil and bite” Produkte zu beachten, bei schon bestehenden Zahnschäden und Kiefergelenksproblemen wird allgemein von der Verwendung dieser Applikationen abgeraten.

Schlafwesten

Neben dem einfach durch die Ehefrau in das Schlafanzug einzuarbeitenden Tennisball sind auf dem Markt professionell gearbeitete Schlafwesten oder Gurte erhältlich, die allesamt verhindern sollen, das der Schnarchpatient die unvorteilhafte Rückenlage einnimmt.

Velumount© Methode

Durch eine individuell angepasste Schnarchspange nach der Schweizer Velumount© Methode erfolgt eine Schienung der ansonsten kollaptischen Rachenregion während des Schlafes.

Bei Velumount® handelt es sich um einen hochflexiblen, leichten und ummantelten Metallbügel, dessen Form an die individuelle Anatomie des Rachens des betroffenen Patienten angepasst werden muss, dabei ist das Tragen von Velumount© von Gebiss- und Zahnstellung im Gegensatz zu den Protrusionsschienen unabhängig. In einem speziell entwickelten Workshop werden diese Velumount® Spangen den Betroffenen individuell angepasst. Das Innere des Bügels besteht aus federhartem Stahldraht, die Ummantelung entweder aus Silikon oder anderen biokompatiblen Materialien.

Zur Beurteilung der Wirksamkeit dieser in Deutschlang neuartigen, noch wenig verbreiteten Applikation gegen Schnarchen liegen seit kurzem auch 2 Studien vor. In einer Basler Studie hat der Pulmologe Dr. med. Werner Strobel ermittelt, dass von 39 Schlafapnoe-Patienten, die mit der Spange schliefen, 22 den Draht im Mund tolerieren würden. Bei 21 nahmen das Schnarchen und die subjektive Schläfrigkeit während des Tages deutlich ab. Die Sauerstoffversorgung des Bluts verbesserte sich, allerdings in einem klinisch nicht relevanten Ausmaß.

Eine Studie von Prof. Dr. med. Kurt Tschopp aus der Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenkrankheiten im Kantonsspital Liestal, kommt hingegen zu deutlicheren Ergebnissen. Hier wurden hier insgesamt 37 Patienten mit und ohne Velumount© mittels ESS-Fragebogen, Polygrafie und nächtlicher Manometrie untersucht. So konnte die Punktezahl im ESS im Mittel von 8,2 auf 3,9 reduziert werden, der Pes lies sich von 15 auf 11,4 cm H2O reduzieren. Der AHI der 22 OSAS Patienten lag ohne Velumount© bei 23,6 und reduzierte sich durch das Tragen der “Schnarchspange” auf 14! Die Autoren dieser Studie geben die Veränderungen als signifikant an.

Unsere eigenen Erfahrungen mit der Velumount© Methode zeigen, dass diese neuartige Methode bei richtiger Indikation für den Betroffenen ein geradezu genial einfaches Hilfsmittel zur Reduktion von Scharchen und Schlafapnoe darstellt. Wir stellen jedoch klar, diese Methode stellt keinen Ersatz für eine CPAP Therapie bei schwerem OSAS. Aus der täglichen Praxis jedoch wissen alle HNO-Ärzte, wie schwierig es sein kann, alternative Therapien bei non complianten CPAP Patienten anbieten zu können, hier bietet das Velumount© unter Umständen eine mögliche und effektive Alternative.

Alaxo-Stent

So wie die Velumount© Spange Ergebnis des Erfindergeistes eines Betroffen gewesen ist, wurde der Alaxo-Stent auch durch einen Patienten mit Schlafapnoe erdacht. Das Prinzip hierbei ist die Schienung der kollapsibilen Elemente, hier dem Gaumensegel durch nächtliches Einbringen eines Stents über die Nase. Stents sind in der Medizin aus der Herzchirurgie bekannt, zur inneren Schienung der Coronararterien. Bei dem Alaxo-Stent handelt es sich um ein röhrenförmiges weiches Geflecht aus einem so genannten Formgedächtnismetall, in diesem Falle Nitinol (Nickel-Titan-Legierung). Der Stent wird für die Einführung durch die Nase in den Rachenraum in einem dünnen Schlauch mit nur 3,5 mm Durchmesser komprimiert und langsam durch eine Nasenseite in den Rachen eingeführt und dort platziert. Beim Herausschieben aus diesem Schlauch weitet sich das Geflecht selbsttätig auf, legt sich an die Rachenwand an und verhindert wirksam durch die mechanische Schienung den Verschluss des Rachens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urlaubshotelsuche

 

 

 

 

 

Spaniens Inseln

 

 

 

 

 

Einleitung - Symptome - Folgen - Obere Atemwege - Atemstörungen / Schnarchen

Diagnostik - Behandlung / Therapie - Operation - kindliches Schnarchen - Schlafapnoe

 

 

 

Titelfoto: Lizenz und Copyright by Lunaundmo - Fotolia.com

 

 

eine Website von © Marikor.de 2018 - Impressum | Datenschutz