Schnarchen als Schlafstörung

 

 

 

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Therapie des Schnarchens und der schlafbedingten Atemstörungen

Wie oben schon erwähnt stellt die umfassende Kenntnis der möglichen und sinnvollen Therapien sicher, dass der Patient die für ihn optimale und dauerhafte Therapie erhält. Die verschiedenen, sinnvollen und in Frage kommenden therapeutischen Möglichkeiten sind nicht nur aus juristischen Gründen dem Patienten zumindest in seinen Grundzügen zu erläutern, sondern es ergibt sich aus der Fülle der Therapieoptionen für den Patienten oftmals mehrere Möglichkeiten einer suffizienten Therapie.

Grundsätzlich können sinnvolle Verfahren isoliert oder auch in Kombination eingesetzt werden. Zur Schnarchtherapie sind derzeit eine Vielzahl von Therapieverfahren auf dem Markt. Ein wissenschaftlich belastbarer Wirksamkeitsnachweis allerdings existiert derzeit nicht für die medikamentöse Therapie, für Schnarchsprays oder Schnarchkissen und für Weckapparate. Ebenfalls fehlt ein schlüssiger Wirksamkeitsnachweis für die Muskelstimulation oder verschiedene Verfahren zur Tonisierung und Stärkung der Mundbodenmuskulatur (z. B. Didgeridoo-Spielen).

Da es sich beim primären Schnarchen nicht um eine Erkrankung im versicherungsrechtlichen Sinnen handelt und auch von keiner medizinischen Gefährdung auszugehen ist, besteht keine medizinische Notwendigkeit zur Behandlung. Schnarchen wird grundsätzlich nur dann behandelt, wenn der Betroffene eine Therapie wünscht. Die Patienten sind im Rahmen Ihrer Therapieansprüche darüber aufzuklären, dass derzeit keine Belege vorliegen, dass eine frühe Therapie des primären Schnarchens eine mögliche Progression hin zu einer obstruktiven Schlafapnoe vorbeugen könnte.

    Tipp:

    Die Diagnose primäres Schnarchen sollte sich nicht alleine aufgrund des Fehlens von Tagesmüdigkeit oder rein klinisch gestellt werden, auch hier sollte eine Polygrafie erfolgen, vor allem vor einer Therapie.

Wie allgemein in der Medizin üblich sollte daher die Wahl der Therapie nach dem Prinzip nihil nocere getroffen werden. Es erscheint wenig sinnvoll einem habituellen Schnarcher ohne wesentlichen Beschwerdedruck eine Gaumensegelplastik anzuraten. In solchen, leichten Fällen kann versucht werden, das Problem selbst durch die einfachen, unten aufgeführten Maßnahmen zu bekämpfen.

Vor diesem Hintergrund sollte die Indikation insbesondere zu invasiven Maßnahmen streng gestellt werden. Für die Auswahl eines möglichen operativen Verfahrens bedeutet dies, dass in Abhängigkeit vom pathoanatomischen Befund das Operationsverfahren mit der geringsten Invasivität, Morbidität und

Komplikationsrate zu bevorzugen ist. Aber auch bei konservativen Verfahren (z.B. Unterkiefer-Protrusionsschienen) sollten langfristige Risiken bei Schnarchern besonders berücksichtigt werden.

Einen Überblick über die grundlegenden Therapieempfehlungen bietet die nachfolgende Liste:

  • Änderung der Schlafposition: Bei Kopftieflage schwellen bei manchen Menschen die Nasenschleimhäute geringfügig an, dies kann bei bereits bestehender Enge der Nase die Nasenatmung weiter beeinträchtigen, sodass ein Schnarchen auftritt bzw. sich verstärkt. Dem kann entgegengewirkt werden, indem der Kopf hoch gelagert wird.
  • Da die Rückenlage gehäuft zu Schnarchen führt, kann durch das Einnähen von z. B. Tennisbällen in den Rückenteil des Schlafanzuges eine nächtliche Seitenlage erzwungen werden.
  • Da sich Fett auch im Rachenbereich ablagert und die Atmung behindern kann, ist bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion anzustreben.
  • Bei Vorliegen einer Rhinitis allergica sollte eine entsprechende Sanierung des Schlafzimmers und oder die längerfristige Gabe eines topischen Corticoids, z.B. Rhinisan erfolgen. Bei schwerer Ausprägung der Beschwerden kann eine SIT diskutiert werden.
  • Patienten mit SBAS sollten zudem einen festen Schlafrhythmus einhalten.
  • Zusätzlich können Patienten noch die folgenden therapeutischen Hilfestellungen an die Hand gegeben werden.
  • Gewichtsreduktion
  • Schlafhygiene
  • Bewegung und Sport
  • Tipp:

    Bestehen nach einer “erfolgreichen” Beseitigung der SBAS noch weiterhin die Symptome eine nicht erholsamen Schlafes oder Tagesmüdigkeit, muss weitere intensive schlafmedizinische Diagnostik betrieben werden.

 

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